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Leitartikel von Ministerpräsident Stanislaw Tillich in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.03.2009

Ministerpräsident Stanislaw Tillich

Ministerpräsident Stanislaw Tillich
(© SK)

Schön, dass wir Sachsen immer älter werden. Und das oft bei guter Gesundheit und großer Fitness. Das ist nicht nur eine gute Nachricht für jeden Einzelnen, sondern für unsere ganze Gesellschaft. Denn die aktiven Älteren sind ein echter Schatz für das Miteinander der Generationen. Sie halten sich fit, starten nach dem Berufsleben oft noch einmal richtig durch und sind – im Ehrenamt, in der Kultur oder auch im Sport – oft Vorbilder für die Jüngeren. Ohne diese aktiven Älteren wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer.

Kurz vor Weihnachten haben mich zum Beispiel die „Grünen Damen“ im Uniklinikum Dresden sehr beeindruckt. Diese Ehernamtlichen, meist Damen im besten Alter, kümmern sich in ihrer Freizeit um Kranke, lesen ihnen vor, machen kleine Besorgungen oder sind einfach nur geduldige Zuhörer am Krankenbett. Andere Ältere, die keine Enkel haben oder deren Enkel nicht in der Nähe wohnen, bieten sich gutnachbarschaftlich als „Wahlomas“ und „Wahlopas“ an und machen damit nicht nur anderen, sondern auch sich selbst eine große Freude. Wieder andere bilden ein Tandem mit einem jungen Menschen und beide helfen sich gegenseitig: Die Jungen lernen von den Älteren und umgekehrt.

Von diesem Miteinander wünsche ich uns Sachsen noch viel mehr. Die Staatsregierung hat deshalb zum ersten Mal einen Generationenpreis ausgelobt. Er soll Projekte auszeichnen, die das Miteinander zwischen jung und alt besonders gut vorleben. Mitmachen lohnt sich auf alle Fälle! Gerade die ältere Generation hat Potentiale, die wir künftig im Interesse von uns allen noch viel stärker zum Einsatz bringen sollten. Immer öfter fühlen sich ältere Menschen fit genug, sich weiterzubilden oder sogar ein Seniorenstudium aufzunehmen. Auch die Betriebe entdecken die Älteren mit ihrem Wissensschatz zunehmend für sich. Kluge Unternehmen haben nie auf die Erfahrung ihrer älteren Mitarbeiter verzichtet und den Bildungshunger der Älteren mit gezielten Weiterbildungen gefördert. Mir scheint, der Jugendwahn, der einige Jahre am Arbeitsmarkt schick war, ist endgültig passé. Es kommt eben auf die richtige Mischung an.

Wir alle können nur gewinnen, wenn wir der älteren Generation Mut machen, sich fit zu halten und sich aktiv einzubringen. Denn jede Generation zählt für ein gutes Miteinander in unserer Heimat, dem Freistaat Sachsen.

Wettbewerbsaufruf des Ministerpräsidenten vom 05.02.2009

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

bei der erfolgreichen Gestaltung des demografischen Wandels kommt dem Miteinander der Generationen eine wesentliche Bedeutung zu. Die aktiven Beziehungen und der konstruktive Austausch zwischen Jung und Alt bilden das Fundament unserer Gesellschaft.

Im Freistaat Sachsen gibt es eine Vielzahl an Projekten und Prozessen, in denen Kinder und Jugendliche, Menschen im Erwerbsalter und Bürger der älteren Generation gemeinsam wirken. Um dies stärker bekannt zu machen und das vorbildliche Engagement zu würdigen, verleihe ich im Jahr 2009 erstmals den »Generationenpreis des Freistaates Sachsen«.

Sie können zum Erfolg dieses Wettbewerbs beitragen. Soweit Sie selbst in einem Projekt aktiv sind, würde ich mich über Ihre Bewerbung bis zum 24. April 2009 freuen. Soweit Sie von Projekten in Ihrem Umfeld wissen, würde ich es begrüßen, wenn Sie die Akteure auf den Wettbewerb aufmerksam machen.

Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Stanislaw Tillich

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